Wie viel Taschengeld ist normal?
Die Schweizer Budgetberatung empfiehlt als Taschengeld-Richtwert rund 1 Franken pro Woche und Schuljahr — ein Zweitklässler erhält also CHF 2 pro Woche, ab etwa 12 Jahren wechselt man auf Monatsbeträge (CHF 30–80), und ab der Oberstufe bewährt sich der erweiterte «Jugendlohn», mit dem Jugendliche Kleider und Handy selbst budgetieren.
📊 Faustregel Primarschule: ~CHF 1/Woche pro Schuljahr
Richtwerte im Vergleich
| Gruppe / Situation | Richtwert |
|---|---|
| 2. Klasse | CHF 2/Woche |
| 5. Klasse | CHF 5/Woche oder CHF 20/Monat |
| Oberstufe (klassisch) | CHF 50–80/Monat |
| Jugendlohn-Modell (inkl. Kleider, Handy, Coiffeur) | CHF 120–200/Monat |
Wozu Taschengeld wirklich dient
Taschengeld ist kein Lohn und keine Belohnung, sondern Übungsgeld: Kinder lernen Knappheit, Warten und Fehlkäufe in einer Umgebung, in der Fehler CHF 5 kosten statt später CHF 5’000. Deshalb raten Fachstellen zu drei Prinzipien: regelmässig und zuverlässig auszahlen (wie ein Lohn), nicht an Schulnoten oder normale Ämtli koppeln (sonst wird Geld zum Erziehungsdruckmittel), und Fehlkäufe aushalten statt nachschiessen — die verpasste Konzertkarte lehrt mehr als jedes Budgetgespräch. Das Kind entscheidet frei; die Eltern definieren nur, was das Taschengeld abdecken muss.
Der Jugendlohn: die beste Schweizer Finanz-Erfindung fürs Kinderzimmer
Ab etwa 12–14 Jahren überträgt das Jugendlohn-Modell einen fixen Monatsbetrag samt Verantwortung: Kleider, Handy-Abo, Coiffeur, Ausgang — was vorher die Eltern situativ zahlten, budgetiert der Teenager selbst (die Eltern zahlen unter dem Strich gleich viel, nur planbar). Der Effekt ist gut dokumentiert: weniger Kaufdiskussionen, realer Umgang mit Prioritäten («Marken-Sneaker heisst zwei Monate nichts anderes»), und ein Jugendlicher, der mit 18 schon sechs Jahre Budgetpraxis hat. Startpunkt: gemeinsam die bisherigen effektiven Ausgaben zusammenzählen, Betrag fixieren, eigenes Jugendkonto mit Karte eröffnen.
Familienbudget inkl. Kinderposten
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Taschengeld kürzen als Strafe — okay?
Fachstellen raten ab: Das Taschengeld ist Lernwerkzeug, keine Verhandlungsmasse. Konsequenzen für Fehlverhalten besser vom Geld entkoppeln — sonst lernt das Kind, dass Geld Macht über Beziehung ist.
Ab wann ein eigenes Konto?
Spätestens mit dem Wechsel auf Monatsbeträge (10–12) ein Jugendsparkonto, mit dem Jugendlohn eine Debitkarte. Digitales Geld gehört heute zwingend zur Übung — Bargeld-only trainiert eine Welt, die verschwindet.
Sollen Kinder fürs Sparen belohnt werden?
Besser: Sparziele sichtbar machen (Glas, App) und grössere Wünsche konsequent darüber laufen lassen. Ein Eltern-Zuschuss («wir verdoppeln, was du fürs Velo sparst») ist als Matching-Modell sinnvoller als Zins-Simulationen.
Gründer Innopulse Consulting GmbH · Autor «Identity Over Discipline» · Betreiber BudgetHub.ch