Wie viel Notgroschen ist normal?
Als Notgroschen gelten 3–6 Monatsausgaben als Standard — bei CHF 4’500 Monatsausgaben also CHF 13’500–27’000. Umfragen zeigen regelmässig, dass ein erheblicher Teil der Haushalte auch in der Schweiz keine ausreichende Reserve für unerwartete Ausgaben von wenigen tausend Franken hat — «normal» und «gesund» fallen hier auseinander.
📊 Empfohlen: 3–6 Monatsausgaben
Richtwerte im Vergleich
| Gruppe / Situation | Richtwert |
|---|---|
| Doppelverdiener, sichere Stellen | 3 Monatsausgaben |
| Familie mit einem Einkommen | 6 Monatsausgaben |
| Selbständig / befristet | 6–12 Monatsausgaben |
| Erste Etappe für alle | CHF 2’000–5’000 (Franchise + Zahnarzt + Kaution) |
Warum die Schweiz einen eigenen Notgroschen-Zuschnitt braucht
Das Sicherheitsnetz ist stark (ALV mit 70–80 %, Kündigungsfristen, Taggelder) — aber die Schweizer Schock-Ausgaben sind spezifisch: Krankenkassen-Franchise plus Selbstbehalt (bis ~CHF 3’200 im Krankheitsjahr), Zahnarzt (kaum versichert!), Steuernachzahlung nach Lohnsprung, Mietkaution beim Umzug bevor die alte zurück ist. Genau diese vier definieren die erste Etappe: CHF 3’000–5’000 sofort verfügbar schützen bereits vor den häufigsten Gründen, warum Haushalte in die Kreditkarten-Teilzahlung oder Kleinkredite rutschen — die teuerste Form, keinen Notgroschen zu haben.
Aufbauen, ohne zehn Jahre zu warten
Der volle 6-Monats-Puffer wirkt unerreichbar — die Etappen-Logik löst das: Etappe 1 (CHF 3’000–5’000) mit maximaler Priorität in 6–12 Monaten, danach parallel 3a und Depot starten und den Rest des Puffers gemächlicher füllen. Beschleuniger: 13. Monatslohn komplett, Steuerrückerstattungen, Prämienverbilligung, Bonus-Anteile. Und den Puffer architektonisch schützen: separates Konto ohne Karte, nicht im E-Banking-Hauptblick — Reserven, die man täglich sieht, schrumpfen erfahrungsgemäss.
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Notgroschen oder zuerst 3a?
Etappe 1 des Notgroschens kommt vor allem. Danach dürfen 3a (Steuerabzug verfällt jährlich!) und Rest-Puffer parallel laufen — Vorsorge-Rendite gegen Sicherheitsbedürfnis abwägen.
Ist der Dispo/Kreditrahmen ein Ersatz?
Nein — Kontoüberzug und Kartenlimiten kosten 10–12 % und sind genau in Krisen am unzuverlässigsten. Der Notgroschen ersetzt teuren Kredit, nicht umgekehrt.
Wo liegt der Notgroschen am besten?
Sparkonto, sofort verfügbar, getrennt vom Alltag. Rendite ist ausdrücklich nicht das Ziel dieses Geldes — seine Rendite ist der Kredit, den du nie brauchst, und der Depot-Verkauf im Crash, den du nie machen musst.
Gründer Innopulse Consulting GmbH · Autor «Identity Over Discipline» · Betreiber BudgetHub.ch