Wie viel Gehaltserhöhung ist normal?
Generelle Lohnrunden liegen in der Schweiz üblicherweise bei 1–2,5 % pro Jahr (je nach Teuerung und Branche), individuelle Erhöhungen bei guter Leistung bei 2–5 % — der grosse Sprung passiert fast immer beim Stellenwechsel mit typischerweise 5–15 %.
📊 Jährliche Runde / Wechsel: 1–2,5 % / 5–15 %
Richtwerte im Vergleich
| Gruppe / Situation | Richtwert |
|---|---|
| CHF 7’000 × 1,5 % (Teuerungsrunde) | + CHF 105/Monat |
| CHF 7’000 × 4 % (individuell) | + CHF 280/Monat |
| CHF 7’000 × 10 % (Wechsel) | + CHF 700/Monat |
| Netto-Effekt | minus Abzüge & Steuerprogression rechnen |
Die unbequeme Marktlogik
Interne Lohnrunden verteilen ein fixes Budget — selbst Top-Leistung holt dort selten mehr als 3–5 %, weil die Masse durch generelle Anpassungen gebunden ist. Der Arbeitsmarkt zahlt anders: Beim Wechsel wird dein Marktwert neu verhandelt, nicht dein Vorjahreslohn fortgeschrieben — daher die 5–15 %. Das heisst nicht, dass alle drei Jahre gewechselt werden muss; es heisst, dass Bleiben ein Preisschild hat und die Verhandlung intern härtere Argumente braucht: dokumentierte Resultate, Marktlohn-Daten (Salarium, Branchenlohnbücher, konkrete Vergleichsinserate) und im Ernstfall ein echtes Alternativangebot. Wer nur «Teuerung» argumentiert, bekommt Teuerung.
Erhöhung bekommen ist halbe Arbeit — behalten die andere
Von CHF 300 brutto bleiben nach Sozialabzügen und Steuerprogression je nach Kanton CHF 210–250 netto — wer die Brutto-Zahl verplant, ist im März enttäuscht. Und dann schlägt die Lifestyle-Inflation zu: Die Erhöhung versickert in gewachsenen Gewohnheiten, die Sparquote bleibt, wo sie war. Das Gegenmittel ist die 50-Prozent-Regel: Am Tag des neuen Lohns wandert die Hälfte des Netto-Zuwachses per Dauerauftrag in Sparrate oder 3a — dauerhaft, automatisch, bevor der Alltag das Geld kennenlernt. So wird aus jeder Lohnrunde ein Vermögensschritt statt nur ein besseres Abo.
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Wann ist der beste Zeitpunkt fürs Lohngespräch?
Vor der Budgetierung des Folgejahres (oft Spätsommer/Herbst) und nach sichtbaren Erfolgen — nicht in der offiziellen Lohnrunde, wenn das Budget schon verteilt ist. Termin aktiv einfordern, mit Zahlen kommen.
Ist Teuerungsausgleich eine Lohnerhöhung?
Nein — er hält deine Kaufkraft, erhöht sie nicht. In Verhandlungen sauber trennen: Teuerung ist die Basis, Leistung und Marktwert sind das Argument für mehr.
Mehr Lohn oder bessere Nebenleistungen?
Rechnen: Ein voll arbeitgeberfinanziertes GA, höhere PK-Sparbeiträge oder zusätzliche Ferienwochen können netto mehr wert sein als CHF 200 brutto — steuer- und abgabenfrei wirkt anders als Lohn.
Gründer Innopulse Consulting GmbH · Autor «Identity Over Discipline» · Betreiber BudgetHub.ch